Vereinsgeschichte des Männergesangvereins „Sängerfreundschaft“ Neuenburg am Rhein e.V.

 

Wie auf der Vereinsfahne ersichtlich ist, wurde der „Männergesangverein Neuenburg“

im Jahre 1832 gegründet.  Zu dieser Zeit gab es noch kein Deutsches Reich.

Die Quellen, die uns Aufschluß über das frühere Vereinsleben geben, sind sehr dürftig.

 

In der langen Vereinsgeschichte hat der MGV viele Höhen und Tiefen erlebt.

Bereits 1847/48 kam es zu einer Wirtschaftskrise, die dahin führte, dass

auch der MGV aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt wurde.

 

Das älteste erhaltene Dokument ist die am 23. Januar 1865 erfolgte Neugründung des

Vereins. Sie befindet sich im Archiv der Stadt Neuenburg, unterzeichnet von den

Vorstandsmitgliedern Karl Fäßler, Sebastian Orth, Alois Grotzinger und Albert Müller:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Eintrag im Protokollbuch von 1899 erwähnt 24 Sänger und spricht vom strengen

Einhalten der Statuten wegen dem Besuch der „Singstunde“. Wer einmal unentschuldigt

fernblieb, musste 20 Pfennig zahlen. Beim zweiten Mal erhöhte sich die Strafe auf

40 Pfennig. Wer dreimal fehlte, wurde aus dem Verein ausgeschlossen.

 

Wilhelm Studer übernahm 1911 den Posten des Schriftführers und wirkte in dieser

Funktion bis 1955. Ihm verdanken wir einen lebendigen Einblick in über 40 Jahre

Vereinsgeschichte.

 

„Da plötzlich, im schönsten und segensreichsten Wirken, entbrannte unter den Völkern

der unselige Weltkrieg am 1. August 1914. Vom MGV wurden die meisten Sänger zu den

Waffen gerufen“ berichtet der Vereinschronist.

 

Am Fronleichnamstag des Jahres 1919 konnte der MGV an den Feierlichkeiten

teilnehmen und ein Jahr später zählte er bereits wieder 38 aktive Sänger.

Sechs Jahre nach Ende des Krieges nahm der Verein die Fasnachts-

tradition auf und 1924 wurde ein „Hemdglunkerumzug“ veranstaltet, der sich

bis in unsere Zeit erhalten hat.

Im Jahr 1933 – der Chor zählte 60 aktive Sänger – wurde dem Verein

unter dem Vorwand der „Gleichschaltung“ befohlen, sich mit den Sängern des

Arbeiterbildungsvereins zusammenzuschließen. Es gab heftige Proteste und

erst 1938 unter massivem Druck entstand der neue Verein unter dem Namen

„Männergesangverein Sängerfreundschaft“.

 

Am 1. September 1939, dem Tag der Kriegserklärung an Deutschland, war das Urteil für

die Grenzstadt Neuenburg am Rhein zum dritten Mal im Verlauf ihrer tragischen Geschichte

gesprochen. Der Zweite Weltkrieg traf die Neuenburger gleich zu Beginn mit voller Härte.

Im Juni 1940 wurde die Stadt total zerstört. Die Vereinstätigkeit kam zum Erliegen.

Die in der Heimat gebliebenen Sänger hielten treu zusammen.

 

Nach Ende des Krieges im Mai 1945 verfügte die Besatzungsmacht Frankreich die

Auflösung aller Vereine. Der Vorsitzende August Bierle schrieb bereits im Oktober

desselben Jahres an das Gouvernement Militaire, die Gesangsproben wieder aufnehmen

zu dürfen. Dem wurde am 21. November 1946 stattgegeben unter der Bedingung, die

Vereinsleitung umzubenennen und eine Neugründung durchzuführen.

 

Unter der Leitung von Adam Kößler entwickelte sich das Vereinsleben in der in Trümmern

und Schutt liegenden Stadt Neuenburg. Im Januar 1951 zählte der Verein 60 Mitglieder.

 

August Bierle übernahm 1951 nochmals den Vereinsvorsitz.  Bekannte Auftritte waren die

Operettenaufführungen, das Stiftungsfest mit Fahnenweihe und Preissingen, bei dem der Verein

im Jahr 1952 mit der Wertung „sehr gut“ ausgezeichnet wurde. Unter Oskar Hamburger als

Vorsitzenden konnte der Gesangverein am 22. März 1975 in das von der Stadt zur Verfügung

gestellte Vereinsheim in der ehemaligen Werkstätte des früheren Vorstandes Adolf Zipper,

die der Stadt als Erbe zugefallen war, einziehen. Ein Großereignis war das Konzert anläßlich

des 800-jährigen Stadtjubiläums im Oktober 1975 mit dem seit 1973 wirkenden Chorleiter

Helmut Schwitalla und das „Zähringer Freundschaftstreffen“ im Oktober 1977.

 

Mit Berthold Schäfer, der den Vereinsvorsitz am 19. Januar 1979 übernahm, wurde ein

neues Kapitel in der Vereinsgeschichte aufgeschlagen.

===========================================================================

Die Fortsetzung der Vereinsgeschichte bis HEUTE wird hier in Kürze erscheinen.

Bitte haben sie noch etwas Geduld.